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Abmahngründe im Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Altug

In diesem Beitrag können Sie nachlesen, auf welche Pflichtverstöße sich Arbeitgeber bei einer Abmahnung stützen können und womit eine Abmahnung nicht gerechtfertigt werden kann.

Sinn und Zweck von Abmahnungen

Doch warum werden eigentlich Abmahnungen ausgesprochen? Eine Abmahnung spricht man gegenüber Arbeitnehmern aus, um auf ein unerwünschtes Fehlverhalten hinzuweisen und eine deutliche Botschaft zu übermitteln. Ändert sich dann das Verhalten des Arbeitnehmers nicht, kann es zu einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses kommen.

Nachfolgend haben wir Kategorisierungen der häufigsten Abmahngründe für Sie zusammengefasst:
Behinderung der Kollegen, beispielsweise durch Rauchen, sexuelle Belästigung, Beleidigung, Mobbing, Alkohol.

Hierbei ist zu beachten, dass Abmahngründe immer gerechtfertigt sein müssen. Hat der Arbeitnehmer das Gefühl, zu Unrecht eine Abmahnung erhalten zu haben, kann er hiergegen vorgehen.

Sofern das Arbeitsverhältnis aus verhaltensbedingten Gründen gekündigt werden soll, muss ein Arbeitnehmer vorher abgemahnt werden. Verhaltensbedingt bedeutet, dass der Grund für die Kündigung aus dem Verhalten des Arbeitnehmers herrührt, der Arbeitnehmer verletzt also seine Pflicht.

Es spielt allerdings keine Rolle, ob die Kündigung fristlos oder fristgemäß ausgesprochen wurde.

Mehrere Abmahnungen erhalten

Wurde der Arbeitnehmer wegen eines bestimmten Fehlverhaltens bereits einmal abgemahnt, so gilt das sogenannte Prognoseprinzip: Verletzt der Arbeitnehmer immer wieder seine vertraglichen Pflichten, kann regelmäßig davon ausgegangen werden, dass er zukünftig auch gegen diese Pflichten verstoßen wird.

Der Arbeitgeber kann daher bei wiederholter Pflichtverletzung eine Kündigung aussprechen.

Eine Einheitlichkeit, wie oft eine Abmahnung ausgesprochen werden muss, bevor eine Kündigung erfolgen darf, gibt es nicht. Vielmehr kommt es auf die Schwere der Pflichtverstöße an.

Arbeitsvertrag als oberste Grundlage

Allen voran ist der Arbeitsvertrag als oberste Grundlage zu sehen. Abmahnungsgründe für Arbeitnehmer finden sich vornehmlich in den Taten wieder, die den Vorgaben des Arbeitsvertrages wiedersprechen. Bevor Mitarbeiter ein neues Arbeitsverhältnis eingehen, unterzeichnen diese meist ein bindendes Schriftstück und erklären sich einverstanden die darin genannten Regeln zu akzeptieren und einzuhalten.

Weitere Abmahngründe können sein …

  1. die private Internet Nutzung während der Arbeitszeit

  2. Diebstahl

  3. sich mehrfach der Arbeit verweigern

  4. mehrfach unpünktlich zur Arbeit erscheinen

  5. Verstoß gegen Pflicht der Krankmeldung

  6. Arbeitszeitbetrug

  7. zu wenig Leistung

 

 

Jedoch müssen sich nicht immer nur Arbeitnehmer an gewisse Regeln halten, was gemäß Arbeitsvertrag des Arbeitnehmers Pflicht ist, ist des Arbeitgebers Recht. Andersherum, was das Arbeitnehmers Recht ist, ist des Arbeitgebers Pflicht.

Bevor Sie jedoch Ihren Chef oder Vorgesetzten abmahnen, empfehlen wir für das Abmahnschreiben einen Rechtsanwalt aus dem Arbeitsrecht aufzusuchen.