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Betriebsbedingte Kündigung

Betriebsbedingte Gründe sind die häufigste Ursache für eine Kündigung. Dabei wird argumentiert, dass das Unternehmen den Arbeitgeber aufgrund grundlegender Veränderungen wirtschaftlicher Art nicht länger beschäftigen kann.

Allerdings räumt ein Großteil der Arbeitgeber ein, formale Probleme mit der Ausstellung betriebsbedingter Kündigungen zu haben. Daher hier einige Beispiele für betriebsbedingte Kündigungen.

Wegen der „Corona-Krise“ bricht die Produktion oder der Absatz ein

Ein allgemeiner Verweis auf eine veränderte wirtschaftliche Gesamtlage ist als Kündigungsgrund nicht ausreichend – vor allem nicht, wenn die langfristigen Auswirkungen noch gar nicht absehbar sind und es staatliche Unterstützung für beeinträchtigte Unternehmen gibt.

 

Das Unternehmen wird vorübergehend stillgelegt

Die Stilllegung eines Unternehmens oder einer Abteilung ist nur dann ein ausreichender Kündigungsgrund, wenn der Unternehmer plant, die Stilllegung für eine erhebliche Dauer fortzusetzen und dafür bereits Pacht- und Mietverträge gekündigt oder Maschinen und Material verkauft hat.

 

Das Unternehmen wird umstrukturiert oder fusioniert mit einem anderen und zwei identische Stellen sollen in eine zusammengelegt werden

Eine Kündigung ist nur zulässig, wenn eine Weiterbeschäftigung ausgeschlossen ist. Nur wenn die bisherige Stelle tatsächlich aufgelöst wird, kann ein Änderungsvertrag auf eine weniger gut bezahlte Stelle in Frage kommen. Eine Degradierung, Abstufung oder verlangte Neubewerbung auf die eigene Stelle ist nicht zulässig.

 

Mehrere Arbeitnehmer üben den selben Job aus und aus schwerwiegenden Gründen müssen Stellen abgebaut werden

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sozial weniger schutzwürdige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zuerst zu kündigen. Dabei gilt es, Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, finanzielle Verpflichtungen und vieles mehr zu berücksichtigen. Ein junger Arbeitnehmer ist also beispielsweise vor einem älteren Arbeitnehmer zu kündigen, der bereits länger im Unternehmen tätig ist, weniger gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat und den Kredit für sein Haus abbezahlen muss.

Im Zweifelsfall können Arbeitsgerichte prüfen, ob eine betriebsbedingte Kündigung verhältnismäßig und damit unvermeidbar ist. Da viele Arbeitgeber zugeben, Probleme mit der Ausstellung gültiger betriebsbedingter Kündigungen zu haben, stehen die Chancen gut, mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht eine Abfindung zu erzielen.