MO-FR 10-17 Uhr
0511 / 261 44 101

MO-FR
10-17 Uhr

Kündigung in einer großen Firma

Rechtsanwalt Altug

Bei einer Kündigung in einem größeren Betrieb ab 10 Beschäftigten, der unter das Kündigungsschutzgesetz fällt, gelten für Arbeitnehmer und für Arbeitgeber entsprechende Regeln und Gesetze. 

Diese müssen genau beachtet werden, damit eine Kündigung gültig ist. Prüfen Sie Ihre Kündigung also genau und lassen Sie sich von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten.

Kündigung durch den Arbeitnehmer

Eine Kündigung muss auf Papier und unterschrieben überreicht werden

Hat sich der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber dazu entschieden, den Arbeitsvertrag zu kündigen, sind in jedem Fall folgende Dinge zu beachten:

Um rechtskräftig zu kündigen, muss immer ein schriftliches Kündigungschreiben auf Papier vorliegen und handschriftlich unterschrieben sein. Kündigungen, welche per E-Mail oder Fax verschickt werden, sind unter anderem ebenso unwirksam wie eine mündliche Kündigung.

Kündigungsfristen für Arbeitnehmer

Um die Kündigungsfrist aus dem geltenden Arbeitsvertrag zu beachten und einzuhalten, ist die Abgabe der Kündigung sehr wichtig. Bei einer ordentlichen Kündigung beträgt die Kündigungsfrist normalerweise vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Allerdings können im Arbeitsvertrag auch andere Fristen geregelt sein. Es finden sich im Arbeitsvertrag keine Kündigungsfristen wieder? So greifen die gesetzlichen Kündigungsfristen nach dem BGB.

Aufbau und Inhalt eines Kündigungsschreibens

Ein Kündigungsschreiben sollte sachlich und eindeutig formuliert sein, ausschmückende Adjektive und Formulierungen, warum sie im Job unglücklich sind, gehören nicht in ein Kündigungsschreiben. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Kündigungsschreiben formal korrekt ist, vor allem für den seltenen Fall, dass Ihr Arbeitgeber die Kündigung nicht akzeptieren will und der Fall vor dem Arbeitsgericht landet.

Wenn Sie diese Dinge in Ihrem Kündigungsschreiben einhalten sind Sie auf der sicheren Seite:

  1. Angabe des vollständigen Namens und der Anschrift des Arbeitgebers sowie des Arbeitnehmers.

  2. Aktuelles Datum des Kündigungsschreibens.

  3. Das Schreiben sollte im Betreff mit dem Wort Kündigung betitelt sein.

  4. Unterschreiben sie handschriftlich mit vollem Namen.

  5. Das Kündigungsschreiben muss direkt an Ihren Vorgesetzten oder die Personalabteilung gerichtet sein.

Zustellung

Erst mit Zustellung einer Kündigung ist diese wirksam und die Kündigungsfrist kann entsprechend berechnet werden. Der Zeitpunkt der Übergabe beziehungsweise der Zustellung ist entscheidend. Einen Zugangsnachweis empfiehlt sich ebenfalls bei Kündigungen zu führen.

Der persönliche Gang zum Vorgesetzten oder in die Personalabteilung und die persönliche Übergabe der Kündigung erscheint allerdings am sichersten. Lassen Sie sich hierbei den Erhalt der Kündigung durch den Arbeitgeber beziehungsweise den Arbeitnehmer unter Angabe eines Datums und der Uhrzeit quittieren.

Sollte kein Empfangsberechtigter die Kündigung vor Ort entgegennehmen können, können Sie diese auch in den Briefkasten der Firma oder des Arbeitnehmers einwerfen. Damit auch hier ein entsprechender Zugangsnachweis vorhanden ist, empfiehlt sich die Hinzuziehung eines Zeugen der die Kündigung im Vorfeld gelesen hat und die Übergabe an die andere Vertragspartei bestätigen kann.

Bei der Übersendung per Post könnte es das Problem geben, dass Ihre Kündigung nicht oder nicht fristgerecht bei dem Arbeitgeber beziehungsweise dem Arbeitnehmer ankommt. Die Versendung der Kündigung per Einschreiben mit Rückschein kann eine Alternative sein, jedoch ist zu beachten, dass, sollte der Postbote den Empfänger nicht antreffen, das Kündigungsschreiben nicht als zugestellt gilt.

Holt der Empfänger das Einschreiben nicht bei der Post ab, ist die Kündigung ebenfalls nicht wirksam zugegangen.

Kündigung durch den Arbeitgeber

Für den Arbeitgeber gelten die selben formalen Vorgaben wie für den Arbeitnehmer. Die Kündigung muss in Papierform, eindeutig adressiert und nachweislich zugestellt werden. Allerdings gibt es für Arbeitgeber andere Kündigungsfristen zu beachten. Außerdem muss ein belastbarer Grund für die Kündigung existieren.

Kündigungsfristen für Arbeitgeber

Meistens gelten für den Arbeitgeber teilweise längere gesetzliche Kündigungsfristen da der Arbeitnehmer als schwächere Person im Vertragsverhältnis angesehen wird und ihn die Kündigung wahrscheinlich wirtschaftlich härter trifft als den Arbeitgeber.

Der Arbeitgeber kann grundsätzlich gesetzliche Kündigungsfristen anwenden. Diese richten sich nach der Beschäftigungsdauer des betroffenen Arbeitnehmers im Unternehmen. Für ein fünfjährig bestehendes Arbeitsverhältnis gilt beispielsweise eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Ende eines Kalendermonats. Genau besagt die Rechtsprechung nach § 622 BGB folgendes:

Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen

1. zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,


2. fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,


3. acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,


4. zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,


5. zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,


6. 15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,


7. 20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Gründe für eine Kündigung durch den Arbeitgeber

Eine Kündigung muss durch den Arbeitgeber zwar nicht im Kündigungsschreiben begründet werden. Einen belastbaren Grund für die Kündigung muss dennoch geben. Es werden drei Gruppen von Kündigungsgründen unterschieden: