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Personenbedingte Kündigung

Bei personenbedingten Gründen handelt es sich nicht um Einzelhandlungen des Arbeitnehmers, sondern um generelle Sachverhalte, die den Arbeitnehmer betreffen und diesen aus Sicht des Arbeitgebers an der Ausübung der Arbeit teilweise oder gänzlich hindern.

All diese Gründe sind jedoch Auslegungssache und keine ultimativen Gründe für eine Kündigung!

Krankheit

Ein dauerhafter Krankheitszustand oder ein häufiger krankheitsbedingter Arbeitsausfall können Grund für eine Kündigung sein, wenn eine Besserung nicht zu erwarten ist, kein leidensgerechter Arbeitsplatz oder keine alternative Eingliederungsmöglichkeit vorhanden sind oder die betrieblichen Interessen erheblich beeinträchtigt werden.

Fehlen einer Arbeitserlaubnis

Wenn sich herausstellt, dass der Arbeitnehmer keine Arbeitsgenehmigung hat und diese auch nicht in absehbarer Zeit nachgereicht werden kann, kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kündigen.

Nichtvorhandensein fachlicher, körperlicher oder persönlicher Eignung

Stellt sich nach dem Antritt der Arbeitsstelle heraus, dass dem Arbeitnehmer zum Beispiel nötige Ausbildungskenntnisse fehlen, er körperlich nicht in der Lage ist, die vorgesehene Tätigkeit auszuführen, oder seine religiösen Ansichten oder sein Gewissen eine Wahrnehmung der Tätigkeit unmöglich machen, kann auch dies Grund für eine Kündigung sein.

Inhaftierung des Arbeitnehmers

Wird ein Arbeitnehmer inhaftiert, kann er seine Arbeitsleistung in der Regel nicht mehr erbringen, oder der Grund der Inhaftierung schädigt den Ruf des Unternehmens, so kann der Arbeitnehmer eine Kündigung aussprechen.

Straftaten, die negative Auswirkungen auf den Betrieb haben

Hierunter fallen Straftaten, die zwar außerdienstlich verübt werden und nicht gegen den Betrieb gerichtet sind, aber mithilfe von Betriebsmitteln und betrieblicher Einrichtungen erfolgen. Ein solcher Missbrauch ist ein ausreichender Kündigungsgrund.

Sicherheitsbedenken

Besteht der Verdacht, der Arbeitnehmer könnte Kundendaten preisgeben, Betriebsgeheimnisse oder Informationen aus einem Sicherheitsunternehmen, Geheimdienst oder dem Militär verraten, kann dies Grund für eine Kündigung sein.

So objektiv die Gründe für eine personenbedingte Kündigung aussehen mögen, auch personenbedingte Kündigungen können ungültig sein, zum Beispiel wenn besonderer Kündigungsschutz vorliegt, die Umstände anders zu bewerten sind, als aus Sicht des Arbeitgebers oder formale Fehler bei der Kündigung gemacht wurden.