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Verhaltensbedingte Kündigung

Verhaltensbedingte Kündigungen führen in der Regel zuerst zu Abmahnungen durch den Arbeitgeber. Je nach Schwere des Vergehens, oder wenn keine Besserung zu erwarten ist, können sie aber auch ausreichender Grund für eine fristlose Kündigung sein.

Das ist aber nur der Fall, wenn eine Weiterführung des Arbeitsverhältnisses für den Arbeitgeber oder andere Angestellte nicht zumutbar wäre

Allerdings müssen Beweise oder belastende Indizien gegen den Arbeitnehmer vorliegen, um eine Kündigung zu rechtfertigen. Auch die Drohung von Kollegen, ihr Arbeitsverhältnis wegen des fraglichen Verhaltens zu beenden, oder von Kunden oder Lieferanden, die Geschäftsbeziehungen deshalb einzustellen, können zu einer sogenannten Druckkündigung durch den Arbeitgeber führen.

Alkohol- oder Drogenkonsum

Betrunken zur Arbeit zu erscheinen, beeinträchtigt die eigene Arbeitsleistung und belästigt Kollegen. Eine Drogenabhängigkeit gilt jedoch als Krankheit und ist damit kein zulässiger Grund für eine Kündigung.

 

Anzeigen zu Lasten des Arbeitgebers

Der Chef veruntreut Firmengelder – das ist offensichtlich eine schwerwiegende Straftat und gehört angezeigt. Arbeitnehmer müssen jedoch gleichzeitig die geschäftlichen Interessen und den Ruf des Arbeitgebers wahren, der wegen des Vertrauensbruchs zu einer fristlosen Kündigung greifen kann. Hier entscheiden die Schwere der angezeigten Straftat und das Motiv des anzeigenden Arbeitnehmers über die Gültigkeit einer solchen Kündigung.

 

Arbeitsverweigerung

Heute einfach mal nicht zur Arbeit gehen oder aus Angst vor einer Corona-Infizierung zu Hause bleiben, sind keine ausreichenden Gründe, der eigenen Vertragspflicht nicht nachzukommen, und können zu einer Kündigung führen. Gleiches gilt für regelmäßiges Zuspätkommen und verfrühten Feierabend.

 

Beleidigungen, sexistische und rassistische Äußerungen

„Sie Arschloch!“ oder Schlimmeres – Beleidigungen und diskriminierende Äußerungen verstoßen gegen das Persönlichkeitsrecht, sind strafbar und damit Grund für eine Kündigung.

 

Sexuelle Belästigung

Auf den Hintern gehauen oder an die Genitalien gegriffen – unerwünschte, sexuell bestimmte Übergriffe verstoßen gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, selbst wenn keine sexuelle Handlung intendiert ist und sind Grund für eine fristlose Kündigung.

 

Verletzung der Anzeige- und Nachweispflicht bei Erkrankungen

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, im Krankheitsfall seine Arbeitsunfähigkeit durch ärztliche Bescheinigung nachzuweisen. Das Vortäuschen eines Krankheitsfalls gilt als Betrug und ist gleichermaßen ausreichender Grund für eine Kündigung.

 

Ungenehmigte Internetnutzung

In der Pause ein Video streamen oder nebenbei große Dateien hochladen – die private Nutzung des Firmeninternets bedarf der Absprache mit dem Arbeitgeber. Die ungenehmigte Internetnutzung kann Grund für eine Kündigung sein.

 

Verstöße gegen die betriebliche Ordnung

Rauchen am Arbeitsplatz trotz Rauchverbot oder entsprechender Sicherheitsbestimmungen ist ein Verstoß gegen die betriebliche Ordnung, genauso wie ein Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht oder die Preisgabe von Kundendaten. Je nach Schwere des Vergehens ist hier eine fristlose Kündigung gerechtfertigt.

 

Diebstahl oder andere Vermögensdelikte zu Lasten des Arbeitgebers

Geld aus der Betriebskasse entwenden oder einen Bildschirm mit nach Hause nehmen – das sind Straftaten und gute Gründe für eine Kündigung durch den geschädigten Arbeitgeber.

 

Verhaltensbedingte Kündigungen gehen mit einem persönlichen Vorwurf gegenüber dem Arbeitnehmer einher. Haben sich die Ereignisse anders zugetragen, als von Ihrem Arbeitgeber geschildert oder ist die Kündigung formal unwirksam, können wir für Sie eine Abfindung erwirken.